Religion in Dialogue
    Ph.D. in Frankfurt
   

Wissenschaftliches Zentrum: Institut für Religionsphilosophische Forschung (IRF)

Dem Institut für Religionsphilosophische Forschung (IRF) stehendie wissenschaftlichen Ressourcen der Fachbereiche für Philosophie, katholische Theologie und evangelische Theologie zur Verfügung. Die Wissenschaftler des Instituts sind an drei langfristig angelegten Forschungsprojekten beteiligt, die im thematischen Zentrum des Promotionsstudien-Verbundes "Religion im Dialog" stehen:

  1. Der erste Schwerpunkt steht unter dem Titel: "Philosophische Grundlagen des Gesprächs der Religionen" und behandelt in historischer und systematischer Perspektive die Frage einer angemessenen philosophischen Grundlegung einer Theorie des Religionsdialogs. Hierzu zählen Fragestellungen wie der Beitrag von Autoren der Spätantike, der Patristik, des Mittelalters und der Neuzeit zur philosophischen Interpretation der Unterschiede und Gemeinsamkeiten religiöser Glaubenslehren, aber auch die philosophische Frage der Religionskritik bzw. einer angemessenen Interpretation religiöser Überzeugungen durch den erst in der Philosophie der Neuzeit geprägten Begriff der Religion.
  2. Der zweite Schwerpunkt behandelt: "Die Grundlegung der Religionsphilosophie in der Philosophie der Neuzeit". Es läßt sich feststellen, daß die programmatische epistemologische Kritik der neuzeitlichen Philosophie - und nicht zuletzt die Kritik der durch religiöse Überzeugungen erhobenen Wahrheitsanprüche - die meisten religiös Gläubigen in der späten Neuzeit schließlich in eine schwierige epistemologische Zwangslage gebracht hat. Seit der epistemologischen Krise der Postmoderne aber bleiben die epistemologischen Kritiker von religiösen Überzeugungen inzwischen ebenfalls auf unsicherem epistemologischen Boden gestrandet. Religiöse Überzeugungen erweisen sich heute also erneut als nicht weniger legitim als diejenigen Überzeugungen, mit denen sie in einem pluralistischen Umfeld konkurrieren. Diese Einsicht leitet in den dritten Schwerpunkt über:
  3. "Religion in der pluralistischen Öffentlichkeit". Dieser Schwerpunkt nimmt Fragestellungen der Politischen Philosophie, der Rechtsphilosophie und der Religionssoziologie auf, die mit philosophischen Theorien der Wahrheit religiöser Aussagen bzw. der Rechtfertigung religiöser Überzeugungen ins Gespräch gebracht werden. Welche legitime Rolle dürfen religiöse Überzeugungen in pluralistischen Öffentlichkeiten im allgemeinen und in politischen bzw. gesetzgeberischen Zusammenhängen im besonderen spielen? Und welche politischen und gesetzgeberischen Rahmensetzungen dürfen berechtigterweise im Namen gemeinsamer Normen aufrechterhalten werden, die dem Faktum der Pluralität Rechnung tragen? Das IRF ist bemüht, vernünftige Antworten auf diese brennenden Fragen unserer Zeit philosophisch zu begründen.

Das IRF unterhält einen regelmäßigen Austausch von Lehrenden und Studierenden mit dem Philosophy Department of Saint Louis University (St. Louis, Missouri/USA). Außerdem werden enge Kontakte zum Department of Religion bzw. zum School of Theology of Boston University (Boston/USA) wie auch zum Islamic Studies and German Departments of Al-Azhar University (Kairo/Ägypten) gepflegt.